30 Jahre Amtsschimmel
 
 
 
Hier die Presseartikel der Sulinger Wochenpost zum
25. Jubiläum des Amtsschimmels.
 
 
 
 

25 Jahre „Amtsschimmel“ und 250 Jahre Guinness!

Die Geschichte des 25jährigen „Amtsschimmels“ aus der Sicht eines irischen Bieres namens Guinness (auch als Download hier verfügbar).

Als vor 25 Jahren der „Amtsschimmel“ (Namensgebung kommt von der unmittelbaren Nähe des Amtsgerichtes, von wo man früher in Kriete´s Wirtschaft ging und die Zeugengelder wechselte) seine Tür den Gästen öffnete, gab es in Sulingen schon genug gastliche Häuser.
Warum ist es dennoch gelungen, sich im Konzert aller Gasthäuser mit einer Stimme zu etablieren, die 25 Jahre durchhielt und noch weiterhin dieselbe erheben wird?
Es wurden zur Eröffnung 2 Bierhähne installiert und zunächst Einbecker Bier und ein Altbier (Bolten Alt) als Alternative angeboten.
Das Lieblingsbier des Wirtes jedoch war ein irisches Stout mit Namen Guinness. Auch aus der Gästeschar wurde der Ruf nach diesem Brauerzeugnis laut, so dass eine dritte Leitung eingebaut wurde.
Obwohl die Firma Guinness damals wie heute ein sehr selektives Geschäftsgebaren an den Tag legte (nicht überall wurde das Stout an den Hahn gegeben, weil es einen raschen Verbrauch verlangte, da sonst die Qualität leidet), war der herbeigerufene Guinnessvertreter nach einem Rundblick im Amtsschimmel sofort bereit, Guinness an den Hahn zu geben, holte aus dem Auto einen Zapfhahn, krempelte die Ärmel hoch und installierte diesen. Danach schlossen wir ein Faß Guinness an, probierten kurz und er ließ mich allein mit den Worten: Ich sorge dafür, dass nächste Woche ein neues Faß geliefert wird, gab mir seine Visitenkarte und entschwand.
Der Abend kam, die Gäste auch und freuten sich über ein neues Bier vom Faß. Am nächsten Morgen rief ich den Vertreter an und bat um ein neues Faß. Mit anderen Worten: dieses Bier hatte einen guten Start.
Später richtete der Vertreter, der ca. 450 Gaststätten zu betreuen hatte, ausgerechnet im „Amtsschimmel“ einen sogenannten „Guinness-Stammtisch“ ein, bei dem viel über die Biersorte, über Irland und über Gott und die Welt geredet wurde – es waren schöne Abende.
Mit dem irischen Bier kam auch die irische Lebensfreude in den „Amtsschimmel“, die sich mit Livemusik, Dart und Events wie St.-Patricks-Day und Halloween-Party Bahn brach, manchmal zu Ungunsten der hellhörigen Nachbarn, die es zwar genossen, so nahe an der Tränke zu wohnen, aber auffallen durfte sie nicht!
Der nachfolgende Vertreter dieses Bieres, wohnhaft in Bremerhaven, kam von seinen weiten Touren durch diese Republik gerne auf dem Nachhauseweg zum Schimmel, um mit dem Wirt ein Feierabendguinness zu trinken, bevor er die Heimreise antrat. Er wurde vor 10 Jahren in den Ruhestand versetzt, kommt aber immer noch regelmäßig vorbei, weil das irische Stout ihm – den Fachmann – im Schimmel am besten schmeckt.
Eines Tages wurde die Firma Guinness Deutschland von einem der größten Spirituosenkonzerne gekauft, der Außendienst entlassen und die in der Fa. Guinness befindlichen Spirituosen vermarktet. Das Bier interessiert die neuen Besitzer nicht und niemand war mehr da, der mal ein paar „verschwundene“ Gläser ersetzt, eine neue Dichtung vorbeibringt oder überhaupt mal Fragen beantwortet.
Die Außendienstmitarbeiter – inzwischen bei Beamish (eine andere Stoutmarke) beschäftigt, bieten nun dieses Bier an mit allen Hilfsmitteln usw. Schweren Herzens aber den Sachzwängen gehorchend, wechseln wir zu Beamish. Im Dezember letzten Jahres kauft der Konzern Heineken die Beamish-Brauerei und schließt sie, weil sie noch eine andere Stoutmarke namens Murphys im Portfolio hat.
Guinness Deutschland erwachte auch wieder als Biermarke und setzte wieder einen Außendienst ein, so dass der „Amtsschimmel“ seit heute wieder sagen kann: Guinness is good for You!
Alles wird gut, weil Guinness ist wieder am Hahn, hat in diesem Jahr den 250. Geburtstag und der Amtsschimmel den 25., das passt doch prima.